vor dem frost
der gedanke, längst einmal dillsoße gekocht haben zu wollen, ist die beschreibung einer lebenshaltung, die immer alles auf einen tag verschiebt, an dem es zu spät sein wird.
wer gibt, weil er braucht, schöpft aus einer trüben quelle. (anselm grün)
der gedanke, längst einmal dillsoße gekocht haben zu wollen, ist die beschreibung einer lebenshaltung, die immer alles auf einen tag verschiebt, an dem es zu spät sein wird.
der husten ist wieder schlimmer geworden.
im abgelegenen hessischen, wo man alle leute grüßt und in augenweidenden fachwerkhäusern mit modem surft war das wetter regnerisch und windig. aber die buchen prächtig gelb. "das war der urlaub", werden die zwerge später sagen, "wo wir immerzu "siedler" spielten".
"ich dachte", sagt die dame, "ich bekomme es anderswo billiger. aber wenn sie nicht interessiert sind..."
"ich liebe dich, weil du so klar denkst und dabei nicht vergisst, was du fühlst", sagt der kater.
"so wird das mit den hochzeitstagen dann auch immer", sag ich zum kater. wir stoßen an. drei katerjahre.
die tage sind wie endlose to-do-listen, die ich erfolglos abzuarbeiten versuche. pflichten und freuden wechseln sich ab, aber es sind zu viele. bei der frage, ob ich mich von pflichten befreie oder auf freuden verzichten muss, um das zeitkonto in den griff zu bekommen, stosse ich auf verpflichtungen, die vorgeben, unverzichtbare freuden zu sein.
am ende des ersten tages weiß ich, dass die zeit eines gehörlosen langsamer geht. viel langsamer.
sie wissen nicht, wer palucca war? dass es eine tanzschule gleichen namens in dresden gibt? die einzige ihrer art? dass sie wigman-schülerin wie leni riefensthal war? und den modernen ausdruckstanz voran gebracht hat , wie niemand sonst? dass sie bis ins hohe alter unterrichtet hat, vom regime viel dekoriert wurde, aber immer ganz einfach gelebt hat? nein? dann sollten sie den film von konrad hirsch ansehen.
im radio diskutieren sie den unterschied zur DDR. kann ich euch sagen: