canto ostinato
ich bedauere tief, kein instrument spielen zu können.
wer gibt, weil er braucht, schöpft aus einer trüben quelle. (anselm grün)
achtzehn anstatt zwanzig grad sind kalt.
Vater unser im Himmel,
kater und grete hatten nicht damit gerechnet, dass die großen tannen ausverkauft sein könnten.
den fahrer, der fast täglich ware bei uns angeliefert hat, kenne ich mindestens zehn jahre. mindestens. aber was heißt kenne: der vorname steht auf dem schild hinter der frontscheibe. und nett ist er. sehr nett. selten mal ernst, weil was nicht klappt. gestern morgen hat er sich von mir verabschiedet. bisschen mit einer träne im knopfloch. er und ich. jetzt zieht er weg für eine liebste.
der kater und ich warten auf die s-bahn. neben mir steckt einer ein hochglanzmagazin in die tasche. "wollen sie die nicht vielleicht bezahlen?", denk ich, aber er ist schon zur tür hinaus. unvorbereitet ist meine denke manchmal zu langsam.
der kater darf den rummel, der um die schönheit der stadt gemacht wird, für übertrieben halten: er ist kein gebürtiger dresdner. ich bin nicht gerade herumgekommen in der welt, habe aber immerhin einige deutsche städte zum vergleich gesehen, um meine geburts- und heimatstadt für eine besonders schöne zu halten. ich fahre mit dem zug über die brücke, genieße den blick über die elbe auf ein beleuchtetes stadtpanorama mit einem vorweihnachtlichen warmherzigen gefühl.